Gesundheitsreformen – Fluch oder Segen für Medizintechnik-Sektor?

von David Gartmann am 13. August 2010 · Kein Kommentar

Hersteller von Medikamenten und medizinischen Geräten sowie Spitäler, Labore und Ärzte sind weltweit aufgrund anstehender Reformen im Gesundheitswesen zu Preissenkungen gezwungen. Die Reformen bergen aber auch Chancen, zumal in Ländern wie den USA oder China künftig eine grössere Zahl der Bevölkerung über eine gesetzliche Krankenkasse verfügen wird. Speziell Firmen aus der Medizintechnik dürften daher von den Reformen nur wenig tangiert sein.

Die Gesundheitsreform in den USA aber auch die Sparmassnahmen der europäischen Länder werden sich für die nächsten drei bis vier Jahre negativ auf die Resultate der Pharmakonzerne auswirken. Neue Gesetze zwingen diese zu weiteren Rabatten und auferlegen ihnen zusätzliche Steuern. Es gibt aber gute Gründe, weshalb Medtech-Firmen deutlich weniger darunter leiden werden als Pharma-Unternehmen:

  • Die Kosten der Medizintechnik sowohl in Europa als auch in den USA beanspruchen nur rund 6% der gesamten Gesundheitsausgaben.
  • Während einige europäische Länder bereits deutliche Preissenkungen für Pharmazeutika verordnet haben, sind bei medizintechnischen Produkten solche direkten, staatlichen Eingriffe in die Preisbildung nicht zu erwarten.
  • Die amerikanischen Medizintechnik-Firmen haben fast drei Jahre Zeit, ihre Strukturen und Kostenbasis den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Zudem wird die erstmalige Versicherung von gut 10% der amerikanischen Bevölkerung bei den meisten Medizintechnik-Firmen zu höheren Umsätzen führen.
  • Anfang 2009 hat China eine Gesundheitsreform erlassen und dafür umgerechnet 124 Milliarden Dollar reserviert. Damit alle Chinesen eine medizinische Grundversorgung erhalten, sollten bis 2012 neun von zehn Chinesen über eine gesetzliche Krankenversicherung verfügen.

Aufgrund des tiefen Anteils an den gesamten Gesundheitskosten ist das Sparpotenzial innerhalb der Medizinbranche beschränkt und daher deutlich geringer als beispielsweise in der Pharmaindustrie.  Auch erwarten wir keine grossen staatlichen Eingriffe in die Preisbildung, da deren Kosten mehrheitlich in den diagnosebezogenen Fallpauschalen enthalten sind. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass es zu massiven Kürzungen bei diesen Pauschalen kommen wird. Wir glauben daher, dass die anstehenden Gesundheitsreformen für die Anbieter in der Medizintechnik im Endeffekt weniger einschneidend ausfallen werden, als von einigen Marktteilnehmern derzeit befürchtet. Angesichts der zunehmend alternden Bevölkerung und des medizinischen Fortschritts gewinnt auch die gewissermassen technische Seite der Medizin und damit die sogenannte Apparatemedizin eine immer grössere Bedeutung.

Die Graubündner Kantonalbank setzt in ihrer Anlagestrategie auf den Wachstumsmarkt „Medizintechnik“ und empfiehlt Fondsanteile des breit diversifizierten „MIV Global Medtech Fund“ zum Kauf. Dieser investiert weltweit in Aktien von überdurchschnittlich profitablen Markt- und Technologieführern der Medizintechnik.

Möchten Sie weitere Informationen zum Markt der Zukunft – unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater geben Ihnen gerne weitere Informationen rund um den Megatrend Medizintechnik.

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