Gestern Kurzarbeit, heute schon wieder Überstunden. Ganz gleich ob Autos, Spezialma-schinen, Anlagegüter, Chemieprodukte oder Technologieerzeugnisse – Produkte “made in Germany” sind im Ausland gefragt wie schon lange nicht mehr. Gleiches gilt auch für den deutschen Aktienmarkt. Anleger sollten daher innerhalb ihrer europäischen Aktienanlagen vor allem auf deutsche Aktien und insbesondere auf exportstarke Firmen setzen.
Die deutsche Wirtschaft ist wieder auf dem Wachstumspfad. Kein anderes grosses Industrieland ist in diesem Frühjahr so kräftig gewachsen wie Deutschland, dessen exportorientierte Wirtschaft vom rasanten Aufschwung in Asien gezogen wird. Auch in den Unternehmenszentralen sieht man vielfach sehr zufriedene Gesichter. Fast ein Drittel der 30 Dax-Konzerne vermeldete im ersten Halbjahr Rekordgewinne. Dies wiederum drückt sich im zweiten Quartal 2010 in einem überdurchschnittlichen Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukt von 2,2% (QoQ) aus.
Ein Grossteil des überraschend hohen Wirtschaftswachstums stammt aus dem starken Exportgeschäft. Die Ingenieurskunst deutscher mittelständischer Unternehmen und ihr technisches Know-how sind weltweit gefragt. Sicherlich hat auch die Entwicklung am Devisenmarkt den Exportgesellschaften zuletzt Rückenwind verliehen. Schliesslich schafften es die Unternehmer, durch die günstigere Konstellation an den Devisenmärkten höhere Verkaufspreise auf Euro-Basis und damit bessere Margen zu erzielen.
Es wäre aber zu einfach, die jüngsten Exporterfolge nur auf den günstigen Euro/Dollar-Kurs zurückzuführen. Offenbar haben die deutschen Unternehmen den leicht dahergesagten Spruch, dass in jeder Krise auch eine Chance liegt, in reales Handeln umgesetzt. Sie haben sich
verschlankt, restrukturiert, ganz neu aufgestellt und dabei die meisten Fachkräfte in den Betrieben gehalten. Diese stehen nun zur Verfügung, um die Produktion schnell hochzufahren, wie es der Markt fordert. Hinzu kommt, dass die Preise und Löhne im europäischen Vergleich kaum gestiegen sind. Dadurch steht Deutschland mit seinen Lohnstückkosten im Wettbewerb gut da.
Die Nachfrage nach deutschen Produkten kommt vor allem aus den wachstumsstarken Ländern aus Asien und Lateinamerika. Diese Regionen dürften auch in den kommenden Monaten dynamisch wachsen. Damit wird klar, dass eine schwächere Nachfrage aus den USA oder aus südeuropäischen Ländern die aktuell sehr starke deutsche Exportentwicklung nur unwesentlich abbremsen wird. Daher erwartet die Graubündner Kantonalbank, dass sich der deutsche Aktienmarkt im Vergleich zu anderen Märkten in den kommenden Monaten überdurchschnittlich positiv entwickeln wird.
Haben Sie innerhalb Ihrer Aktienanlagen noch kein Deutschland-Engagement – unsere Berater zeigen Ihnen gerne auf, wie Sie vom deutschen Exportboom am besten profitieren können.
